Der Gesang der Strasse von Hormus

Während die iranische Reaktion auf die europäischen Ölsanktionen trotzig bleibt und amerikanische Kriegsschiffe die Strasse von Hormus durchqueren, hat man im Iran genug Zeit, um sich um wichtigeren Bedrohungen zu widmen.

Erst in der letzten Woche wurde der Sänger Aria Aramnejad von iranischen Beamten zu zehn Monaten Haft verurteilt. Sein Verbrechen ist das Lied „Ali Barkhiz“ („Ali, erhebe Dich“), das er nach dem Ashura-Aufstand 2009 verfasst hatte; diese Reihe ziviler Proteste nach den manipulierten Wahlen 2009 wurde auf blutigste Weise niedergeschlagen. Das Lied protestiert gegen den Missbrauch Gottes und des Korans und fordert die Imame zu einem Handeln auf, das den Namen des Propheten Ali nicht lästert. In seiner Gerichtsverhandlung sagte Aramnejad: „Imam Hussein starb für alle Zeiten den Märtyrertod, um über das Böse zu triumphieren – sollten wir also nicht das gleiche von denen erwarten, die ihm folgen? Ist es nicht merkwürdig, dass es in unserem Land als Verbrechen angesehen wird, wenn die Imame um Hilfe beim Kampf gegen das Böse gebeten werden?“ Diese Ansicht fand offenbar keine Unterstützung, zumindest nicht beim islamischen Rechtssystem. Die Imame zur Bekämpfung des Bösen aufzufordern hielte sie für eine „Gefährdung der nationalen Sicherheit des Landes“. View full post…

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Die Logik eines Plots

von Nir Boms und Shayan Arya

Als die Nachricht Schlagzeilen machte, es gebe iranische Pläne, den saudischen Botschafter in den USA Adel al-Jubeir zu ermorden, reagierten viele mit Skepsis. Einigen westlichen Beobachtern waren die Berichte über ein Komplott der islamischen Regierung mit mexikanischen Drogenhändlern und die scheinbar ungeschickte Art der gesamten Operation Anlass zu Zweifeln an der Glaubwürdigkeit der amerikanischen Behauptungen. Eine solche Schlussfolgerung scheint mitten in der heftigen Debatte über die iranischen Absichten und angesichts des Versagens der US-Geheimdienste in der Vergangenheit und iranischer Dementis naheliegend zu sein. Wirklich?

Iran liegt in einem der wichtigsten Transitkorridore von Opium zwischen den Produzenten in Afghanistan und den Konsumenten in Europa und dahinter. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung schätzt, dass nahezu 60 Prozent des Opiums aus Afghanistan heimlich über die iranische Grenze geschafft und dass ein grosser Teil davon von der iranischen Regierung beschlagnahmt wird.

Schon bald nach der islamischen Revolution von 1979 wurde mit dem Segen Ayatollah Chomeinis das „Office of Freedom Movements“ („Amt für Freiheitsbewegungen“) gegründet, dessen hauptsächliches Ziel darin bestand, verbündete Gruppen im Ausland zu stärken. Von Anfang an war dieses Amt, das von Ayatollah Montazeris Sohn Muhammad und seinem Schwiegersohn Mehdi Hashemi geleitet wurde, in illegalen Schmuggel verwickelt, um Operationen zu finanzieren.

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